Was ist STress?


Stress ist ein uraltes Überlebensprogramm, das in allen Säugetieren auf ähnliche Weise funktioniert. Es dient dazu, dass wir in Milisekunden überlebenswichtige Entscheidungen treffen können, die sich eigentlich auf drei Optionen beschränken:

Kampf, Flucht oder Starre ("Todstellen")

 

Dies waren sehr einfache Optionen und dafür ist unser Stresssystem auch noch heute hervorragend geeignet: Wenn Sie auf einer Reise im Urwald einer giftigen Schlange begegnen, werden Sie automatisch mit Flucht reagieren ohne auch nur eine Sekunde für einen Entscheidungsprozess verschwenden zu müssen. Während dieses System dafür gesorgt hat und sorgt, dass wir in einer natürlichen Umgebung besser überleben können, ist es jedoch an die moderne Welt mit ihren komplexen Entscheidungen nicht ausreichend angepasst. Die Evolution arbeitet langsam und die menschliche Entwicklung war rasant. Hier ist Stress ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite war und ist ein gewisses Maß an Stress für Weiterentwicklung notwendig. Ein verkürztes Beispiel: Ohne, dass Höhlen zu viele Unannehmlichkeiten (Stress) mit sich gebracht hätten, hätten wir keine Notwendigkeit verspürt, Häuser zu bauen. Auf der anderen Seite erleben wir heute eine Vielzahl an komplexen und unübersichtlichen Stressfaktoren sowie weniger Zusammenhalt und mehr soziale Vereinzelung, was unsere Bewältigungskapazitäten schnell überfordern kann.

 

Was wir also heute an Schwierigikeiten und Erkrankungen aufgrund von Stress erleben ist nichts als das Holpern eines evolutionären Anpassungsprozesses unserer Urreaktionen an völlig veränderte Gegebenheiten.

 

Warnsignale und mögliche Folgen dauerhaft hoher Stressbelastung

Manche sagen: "Stress ist doch normal. Jeder hat Stress und muss damit umgehen." Ja, das stimmt: Stress ist allgegenwärtig und bis zu einem gewissen Maß sogar leistungs- und entwicklungsfördernd. Nicht so bei Dauerstress. Der entwicklungsfördernde Effekt von Stress endet dort, wo Wohlbefinden dauerhaft beeinträchtigt und damit die Gesundheit gefährdet wird. Da dies meist ein eher schleichender Prozess ist, entzieht der Verlauf dessen zuweilen der bewussten Wahrnehmung. Deshalb ist es ratsam, in präventive Angebote zu investieren.

 

Dauerstress äußert sich nicht "nur" in psychischen Erkrankungen oder im berühmten "Burnout", sondern auch in Erkrankungen des Muskel- und Skelletsystems (Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, etc.), Kopfschmerzen, verringerter Belastbarkeit, Unkonzentriertheit, Schlafstörungen und auch in Konflikten, welche die Arbeitsatmosphäre belasten und Produktivität und Mitarbeiterzufriedenheit schwerwiegend beeinträchtigen können. Die möglichen Spätfolgen sind vielfältig und reichen aufgrund der umfassenden körperlichen Wirkung der so genannten "Stress-Achse" bis hin zu Diabetes, Autoimmunerkrankungen, chronischen Magen-Darm- oder Herz-Kreislauferkrankungen und vielem mehr.